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Historische Flurbewässerung

Auch im Montafon wurden einst Bewässerungskanäle, sog. Lätera, angelegt und betrieben.
Historische Flurbewässerung

Bewässerungskanal am Rossberg oberhalb von Gortipohl

Aufgrund der Nordweststaulage beträgt die Jahresniederschlagsmenge in Vorarlberg zwischen 1400 mm (Montafon) und 1800 mm (Bregenzerwald). Dazu ein Vergleich: oberes Vinschgau: 500 mm im Jahresmittel, auch andere inneralpine Täler (Aostatal, Rhonetal) weisen ähnliche Werte auf.

Die Bewässerung von landwirtschaftlich genutzten Flächen spielte daher im Montafon nur eine untergeordnete Rolle, es gab diese in der „kleinen Eiszeit“ (Jahr 1500 – 1900). Trotzdem findet man noch heute Spuren von Bewässerungsgräben in vielen Tälern, beispielsweise im Gauertal, Gampadelstal, Vergalden, Novatal, Alpe Verbella. Besonders ausgeprägt sind diese Relikte im Valschavieltal und in der Nähe der Alpe Netza.

Dazu gibt es eine aussagekräftige Skizze im Vorarlberger Flurnamenbuch Teil 1 über die „Bewässerung der Bergmähder im Valschavieltal bei Gaschurn im Montafon um 1740“, welche hier übernommen wurde. Im Kartenausschnitt einer Wanderkarte, Ausgabe ca. 1920 (?) ist ersichtlich, dass es an den Sonnenhängen des Valschavieler Maderers und des Giampkopfes eine ganze Reihe von Gebäuden zur Bewirtschaftung dieser Hänge gegeben hat und die Mähder bis ca. 2000 m bewirtschaftet wurden.

Obwohl über ein halbes Jahrhundert nicht mehr in Verwendung, sind die ehemaligen „Wasserläten“ im hinteren Valschavieltal besonders im Frühsommer gut zu erkennen, da in den zugewachsenen Gräben sich auch heute noch Wasser ansammelt und zu einem jahreszeitlich früheren Bewuchs führt. Das Wasser wurde aus den nahe gelegenen Bachläufen abgeleitet und den Bergmähder zugeführt.

Eine Besonderheit stellt ein noch heute wasserführender Bewässerungsgraben dar, welcher auf dem Rossberg – Plateau oberhalb des Netzamaisäß von einem Seitenbach des Balbierbaches  ausgeleitet wird. Oft durch Wiesengräser fast zugewachsen, aber doch intakt, teilweise dem Anstiegspfad auf den Rossberg folgend. Außergewöhnlich ist auch die Höhenlage von ca. 1900 m, oberhalb der Waldgrenze, in extremer Südlage mit einer Länge von mehreren hundert Metern. Noch höher lagen im Montafon die Bewässerungsgräben im Valschavieltal Parzelle „auf dem Berg“ und südöstlich des Valschavieler Maderers (jeweils über 2.000 m). Nach mündlichen Überlieferungen wurde bei den Wasserläten im Nahbereich der Alpe Netza der Viehmist in diese Wasserläufe getragen, von wo er sich über die Bewässerungen auf die Wiesen verteilte, eine Arbeitsersparnis gegenüber der Ausbringung von Hand.

Mehr dazu: Franz Haag: Wasser – R(r)eich, in: Jahresbericht der Montafoner Museen 2015, S. 104f.

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