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Erstbesteigung der Zimba 1848

Die Erstbesteigung der Zimba im September 1848 durch den Bludenzer Anton Neyer zählt zu den frühesten alpinistisch dokumentierten Bergbesteigungen Vorarlbergs.

Der nach dem Vulgo-Namen seines Vaters als „Bücheltonis Toni“ bekannte Anton Neyer aus Bludenz bestieg am 7. September 1848 erstmals die Zimba. Nach mehreren erfolglosen Versuchen gelangte er von Brand zur Sarotlaalpe und weiter über die nordseitigen Schutthalden an den Fuß des Ostgrates. Nachdem er eine später nach ihm benannte Scharte (Neyerscharte) überstiegen hatte, querte er die Südostwand, überwand einen Kamin und erreichte den Gipfel. Trotz dieser verbürgten Besteigung bleibt die Erschließungsgeschichte lückenhaft: Etwas unterhalb des Gipfels stieß Neyer auf ein menschliches Skelett, wohl die Überreste eines verunglückten Jägers oder Hirten. Als Beweis für seine Tat hinterließ er auf dem Gipfel einen Stock mit einer Kupferhülse, die einen Zettel mit seinem Namen enthielt. Nachdem er auf der gleichen Route wieder abgestiegen war, kehrte er als erster lebend von der Zimba zurück, doch wollte seiner Geschichte offenbar niemand Glauben schenken. Sie wurde erst 1854 von drei Jägern aus Brand bestätigt, die im Auftrag von Vermessungsbeamten den Gipfel über die Nordostwand bestiegen hatten. 

In einer Zeit, in der Hochgipfelersteigungen üblicherweise im Auftrag von herrschaftlichen oder militärischen Auftraggebern durchgeführt wurden, bildete die ehrgeizige Aktion eines Einheimischen eine Ausnahme. Diese Tatsache festigte die Heroisierung Neyers, der 1870 aus den Händen von John Sholto Douglas das „Bergführerbuch Nr. 1“ erhielt und damit zum ersten autorisierten Bergführer Vorarlbergs avancierte.

Neben Anton Neyer widmeten sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts auch dessen Vater und zwei Brüder dem Bergsteigen. Sie lieferten sich 1849 einen Wettstreit um die Besteigung der Schesaplana, wobei vor allem die Tatsache bemerkenswert ist, dass auch die beiden Schwestern sich angeschlossen hatten – in einer Zeit, in der vom Frauen-Alpinismus noch keine Rede sein konnte.
In der letzten Phase seines Lebens, nach der Gründung der Sektion Vorarlberg des Deutschen Alpenvereins 1869, verdiente Anton Neyer sein Geld vor allem als Begleiter von Vermessungsbeamten, bis er 1875 im Alter von 57 Jahren verstarb.

"Die erste Besteigung aus neuerer Zeit, von der man sichere Kunde hat, wurde von dem Bludenzer Brunnenmacher Anton Neyer ausgeführt, der als kühner Bergsteiger männiglich bekannt auch von Bädeker als Bergführer bestens empfohlen wird. Neyer hatte, wie er selbst erzählte, schon lange eine wahre Wuth, den Zimba zu besteigen, die noch gesteigert wurde mit jedem fruchtlosen Versuche, deren er in mehreren Jahren wol über ein Dutzend machte, bis ihm endlich im August 1853 der Aufstieg gelang. Es war ein keckes Unternehmen, das an Waghalsigkeit grenzte, zumal wenn man bedenkt, dass Neyer ganz allein diese That  ausführte. Neyer errichtete auf der Spitze ein „Steinmännle“, in welches er einen dicken Stock, oben mit einer Kupferhülse versehen, einsetzte. In dieser Hülse hatte er einen Zettel verwahrt, worauf sein Name, Tag und Jahreszahl der Ersteigung, der Name des Stadtpfarrers und des Bürgermeisters von Bludenz geschrieben stand." Otto von Sternbach (1866)

Vgl. dazu auch die Online-Gipfelbücher der Zimba

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